Trickkiste Seite 101: Das Polrad neu magnetisieren
Auf diese Seite wird gezeigt wie das Polrad neu magnetisiert wird.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Mechanische Erschütterung (Stoßbelastung)
Starke Vibrationen oder Schläge können die stabile Ausrichtung der magnetischen Domänen stören.Durch die mechanische Energie werden Domänengrenzen verschoben, sodass sich die zuvor gleichgerichteten Elektronenspins teilweise neu und ungeordnet ausrichten.
Die resultierende Remanenz nimmt dadurch ab.
Thermische Einwirkung (Erwärmung / Curie-Temperatur)
Mit steigender Temperatur erhöht sich die thermische Bewegungsenergie der Atome und Elektronen.Diese thermische Agitation wirkt der geordneten Spin-Ausrichtung entgegen.
Wird die materialspezifische Curie-Temperatur überschritten, bricht die ferromagnetische Ordnung vollständig zusammen – das Material geht in den paramagnetischen Zustand über.
Magnetisches Gegenfeld (Koerzitivfeldstärke)
Ein ausreichend starkes äußeres Magnetfeld mit entgegengesetzter Polarität kann die vorhandene Magnetisierung reduzieren oder umkehren.Wird die für das Material charakteristische Koerzitivfeldstärke überschritten, kippen die magnetischen Domänen in Gegenrichtung, wodurch die Remanenz stark abnimmt.
Langzeitlagerung ohne magnetischen Rückschluss
Bei längerer Lagerung ohne magnetischen Rückschluss (z. B. auf Holz oder Karton) bildet sich ein offener magnetischer Kreis.Das entstehende Streufeld begünstigt eine langsame Relaxation der Domänenstruktur, wodurch die Restmagnetisierung über lange Zeiträume abnimmt.
Maßnahmen zur Vermeidung der Entmagnetisierung
Zur Minimierung des Streufeldes sollte das Polrad stets mit geschlossenem magnetischem Kreis gelagert werden. Praktisch bedeutet dies:Ablage mit der offenen Seite auf einer Eisen- oder Stahlplatte (magnetischer Kurzschluss), oder Auffüllen des Polradinneren mit ferromagnetischem Material (z. B. Eisennägeln), um den magnetischen Rückschluss zu gewährleisten.
Wiederherstellung der Magnetisierung
Die vollständige Magnetisierung des Polrades lässt sich mit einer einfachen, praxisbewährten Methode wiederherstellen.Hierfür werden lediglich ein Batterieladegerät sowie eine funktionsfähige Lichtspule benötigt.
Zwei der vier Magnetfelder sind hier abgebildet (Pfeile).
Das Gehäuse des Rotors mit der blauen oder schwarzen Minus-Klemme des Ladegerätes für 10 Sekunden verbinden, falls die Kabel des Ladegerätes verwechselt wurden, wird die Lichtspule vom Polrad abgestoßen.
Ist dies der Fall, müssen die Kabel vertauscht werden.
Während dem Magnetisierungsvorgang, erwärmt sich die Spule etwas, danach die Klemme entfernen.
Die 10 Sekunden sollten nicht überschritten werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass die Spule durchbrennt.
Ob die Magnetisierung erfolgreich war, kann anhand eines großen, schweren Gabel-Ringschlüssel, der an einem der Magnetfelder angebracht wird, getestet werden.
Der Schlüssel sollte sehr stark an dem Magnet anhaften und aufrecht stehen bleiben.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass moderne Batterieladegeräte keinen geglätteten Gleichstrom liefern, sondern einen pulsierenden Gleichstrom.
In diesen Geräten wird die negative Halbwelle der Netzwechselspannung mittels Dioden gleichgerichtet, sodass am Ausgang eine Folge positiver Stromimpulse entsteht.
Moderne Batterieladegeräte arbeiten dagegen mit elektronischer Regelung und nachgeschalteter Glättung.
Sie liefern einen weitgehend kontinuierlichen, geglätteten Gleichstrom, bei dem die charakteristischen Stromimpulse fehlen.
Für Magnetisierungsprozesse kann dieser Unterschied relevant sein: Die bei älteren Ladegeräten vorhandenen Strompulse erzeugen kurzzeitig höhere Stromspitzen und damit stärkere Magnetisierungsfelder.
Wird stattdessen ein modernes Ladegerät mit geglättetem Gleichstrom verwendet, kann die fehlende Pulsform dazu führen, dass die Magnetisierung unter Umständen nicht optimal erfolgt.
Skeptiker willkommen – aber erst ausprobieren, dann urteilen! 😉
Ich hoffe, die Schritt-für-Schritt Anleitung war hilfreich!

